Traktor DJ für iPhone im Test

Opener

Turntables und CD-Player sind zwar das Non-Plus Ultra für DJs, doch leider sind sie nicht mobil um sie mal eben mitzunehmen und unterwegs ein wenig Spaß mit der Musik zu haben. Native Instruments hat mit der App „Traktor DJ für iPhone“ dem Abhilfe geschaffen und eine iPhone-Applikation in den AppStore gebracht, der es DJs erlaubt auch unterwegs auf dem Apple-Smartphone aufzulegen und zu mixen.

Die App ist aber nicht nur für das iPhone gedacht, sondern kann auch auf dem iPod-Touch genutzt werden. Verfügbar ist „Traktor DJ für iPhone“ also für folgende mobilen Geräte aus dem Hause Apple:

  • iPhone 4
  • iPhone 4s
  • iPhone 5
  • iPhone 5s
  • iPod Touch ab 4. Generation aufwärts

Somit können auch Nutzer eines Musikplayers von Apple in den Genuss dieser – unserer Meinung nach – genialen App kommen und unterwegs mixen. Das ganze funktioniert einfach über die Tracks, die sich schon auf dem iPhone oder dem iPod Touch sind. So kann man die Tracks nehmen, die man von seinem Computer auf das Smartphone übertragen hat oder eben die, die man sich einfach aus iTunes geladen hat. Ein großer Vorteil, da man so seine gesamte Sammlung an Songs nutzen kann, die man auch einfach zu Hause nutzen kann. Im Endeffekt gibt es hier so gut wie alle Funktionen wie in der vollwertigen PC- & Mac-Software „Traktor Pro“, ebenfalls aus dem Hause Native Instruments.

Über Native Instruments Traktor DJ für iPhone

Bevor wir euch die App „Traktor DJ für iPhone“ genauer vorstellen, möchten wir einige Dinge erwähnen. Das Programm für den mobilen Gebrauch ist im AppStore von Apple verfügbar, stolze 40,1 Megabyte groß und lässt sich einfach herunterladen. Die App ist nicht gratis, sondern kostet 4,49 Euro, die euch direkt vom iTunes-Guthaben bzw. Guthaben eurer Apple-ID abgezogen wird, oder eben mit der nächsten Kreditkartenabrechnung berechnet wird, sofern ihr denn eine Kreditkarte hinterlegt habt. Also ist alles wie bei jeder anderen kostenpflichtigen iPhone-App, die man sich aus dem AppStore herunterladen kann.

Die App ist laut Angaben für das iPhone 5 optimiert, funktioniert aber auch auf den früheren Geräten ab iPhone 4. Es geht bei dieser Angabe lediglich darum, dass auf dem iPhone 5 von Apple das gesamte Display genutzt wird, welches ja bekanntlich größer ist. Wer die App kauft und nutzen möchte, braucht iOS 6.0 oder neuer. Bitte vorher checken, welche Version vom mobilen Apple-Betriebssystem bei euch im Einsatz ist.

Traktor DJ für iPhone App im Test

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen und uns auch die App für den mobilen DJ genauer angeschaut. Vorweg kann gesagt sein: Hut ab Native Instruments! Eine erstklassige Applikation die ihr da gebaut habt! So, nun zum Test. Nach dem Download, der bei entsprechender Geschwindigkeit auch gar nicht so lange dauert, kann man die App auch direkt auf seinem iPhone starten und loslegen.

Als erstes sieht man eine 2-Deck Ansicht, in der man auch mixen kann. In dieser sieht man beide Tracks inklusive Wave-Form und Wave-Übersicht, hat zwei Play-Buttons (einen pro Deck) sowie einen Loop-Button. Auch ein kleiner Crossfader steht bereit und bietet uns die Möglichkeit, zwischen beiden Decks hin und her zu faden und so das eine Deck auszublenden und das andere Deck einzublenden.

Zwei Decks in der DJ-App fürs iPhone

Sind noch keine Tracks im Deck, laden wir diese einfach über den Button oben Links ein bzw. gelangen wir so in den Browser von Native Instruments „Traktor DJ für iPhone“ Software bzw. App. In dem Browser lassen sich dann alle Songs, die auf dem mobilen Gerät (iPhone oder iPod Touch) sind einsehen und direkt auf ein Deck laden. Das beste daran ist, dass wir alle Tracks nehmen können, die wir entweder per Synchronisation auf das iPhone bzw. iPod Touch geladen haben, oder eben die, die aus Apple iTunes heruntergeladen wurden. Um einen Song auf ein Deck zu laden in Traktor DJ für iPhone von Native Instruments muss man nicht viel tun: Track anklicken und via Schieberegler auf in der rechten oberen Ecke bestimmen auf welches Deck der Song geladen werden soll. Dazu einfach den Schieber mit der Aufschrift „Load“ auf „A“ oder „B“ schieben und schon wird der Song auf das entsprechende Deck geladen. Eine einfache Sache und mit nur wenigen Klicks und einmal schieben erreichbar. Am besten ist, wenn man sich zum Eingewöhnen erst einmal nur einen Track lädt. Wer mag, kann aber auch direkt beide Decks belegen. Zudem springt die Applikation für die kleinen mobilen Apple-Geräte direkt wieder in den „Mixer“, sobald ein Track auf ein Deck gelegt wurde.

Der Browser in der App

Nun kann man den Track einfach abspielen, indem man auf den Play-Button drückt, welcher sich am rechten Bildschirmrand befindet – gleich 2x liegt er dort. Einmal für das Deck A und einmal für Deck B. Logisch. Wird der Track abgespielt, bewegt sich auch die Wave-Form mit. Mittig ist eine rote Markierung, die anzeigt, was gerade abgespielt wird.

Die Bedienung macht Spaß, denn streicht man mit den Fingern über die Wave-Form, kann man „scratchen“ und den Track auch nach hinten oder vorne ziehen. Einziges Manko: In den Standard-Einstellungen läuft die Markierung weiter und springt, sobald die Wave-Form stehen geblieben ist, direkt wieder dorthin, wo die Markierung gerade ist. Das heißt, der Track wird nicht im Vinyl-Modus ausgegeben und auch nicht von dirt abgespielt, wo man sich gerade befindet. Zieht man den Track also bis an den Anfang zurück, wird er nicht von dort aus weitergespielt.

Um in die Wave-Form, welche mitläuft, herein zu zoomen, muss man einfach über die kleine Wave-Form-Übersicht streichen. Aber hier werden zwei Finger benötigt, welche wie auch bei einem normalen Zoom beim iPhone benutzt werden:

  • Auseinander ziehen bedeutet herein zoomen
  • Zusammen drücken bedeutet heraus zoomen

Im Mixer – so nennen wir die Ansicht mit beiden Decks mal – sehen wir aber noch mehr als nur die beiden Decks. Auf der linken Seite, direkt am Bildschirmrand, befindet sich die Einzeldeckauswahl. Hiermit kann man auf eines der beiden Decks springen und noch viel mehr außer nur „scratchen“, „Play“ und „Pause“ nutzen. Einfach auf „A“ oder „B“ klicken bzw. drück, schon kommt man in die Einzelansicht. Wer wieder in die Ansicht beider Decks möchte, klickt einfach auf „AB“.

Steuerung des Tempos

Am linken Bildschirmrand findet man noch eine kleine Lasche. Diese kann man durch „streichen“ einfach herausziehen. Dahinter befindet sich die Pitchbend, welche in einem Kreis ist. Einfach mit dem Finger am Controller „drehen“ und schon wird die BPM (wird automatisch berechnet beim laden eines Tracks!) verändert. Mit einem Klick in die Mitte des Controllers nutzt man die eingestellte BPM. Außerdem findet man in der „Lasche“ weitere Infos wie Akkuladezustand und die Aktuelle Uhrzeit (am oberen Bildschirmrand).

Hier kann man aufnehmen

Hat man die Lasche herausgezogen findet man am linken Bildschirmrand noch ein Lautsprechersymbol und ein Info-Symbol. Hinter dem Lautsprechersymbol findet man in Traktor DJ für iPhone die Lautstärkeeinstellung vom Master (komplette Lautstärke vom iPhone/iPod Touch wird geändert), die interne Record-Funktion und einen Split-Output. Das Info-Symbol versteckt News und unentdeckte Features, die du noch nicht genutzt hast inklusive Beschreibungen und Bebilderung. Super Sache, um sich am Anfang zurecht zu finden.

Einzelansicht der Decks

Die Einzelansicht der Decks ist recht übersichtlich: Eine große Waveform, eine kleine Übersicht über die gesamte Wave des Tracks, Name des Songs, Interpret und Cover – sofern vorhanden. Außerdem gibt es einen Sync-Button, einen FX-Button (Effekte), einen EQ-Button wo sich der Equalizer des Decks versteckt, ein Loop-Button, ein Play-Button und ein Crossfader. Auch eine BPM-Anzeige des aktuellen Songs findet man.

Die Einzelansicht

Zudem finden wir am unteren Bildschirmrand (unten links) einen Freeze-Mode, der die Wave-Form stoppt, obwohl der Song weiterspielt. Direkt daneben befindet sich der Button mit dem sich das Cue-Menü einblenden lässt. Mit einem klick auf den Play-Button spielt man den Track – wie schon vermutet – ab. Mit dem Sync-Button kann man auch das tun, was man sich denkt: Den Song bzw. das Deck mit dem anderen Song bzw. Deck synchronisieren.

FX-Bereich in Traktor DJ für iPhone

Native Instruments hat auch bei der App „Traktor DJ für iPhone“ Effekte eingebaut. Diese können wir nutzen, wenn wir in der Einzelansicht der Decks auf den „FX-Button“ klicken. Dahinter befinden erst einmal drei Effekte. Doch es gibt noch mehr: Einfach einen „Reiter“ mit einem Effekt auswählen, nach unten ziehen und schon erscheinen mehrere Effekte, die man auswählen und in Traktor DJ für iPhone nutzen kann. Mit dabei:

  • Delay
  • Reverb
  • Gater
  • Flanger
  • Beatmasher
  • Digital LoFi
  • LP Filter
  • HP Filter

Die Steuerung der Effekte erfolgt nicht wie in der Desktop-Software über Drehregler, sondern über ein Feld, welches zwei Achsen besitzt und man in das Feld tippen kann, aber auch den Punkt, den man erzeugt und der dann die Werte „Dry/Wet“ sowie „Rate“ erzeugt, verschieben kann. Aber dazu in unseren Tutorials mehr.

Effekte in der DJ App

3-Wege Equalizer in der DJ-App

Auch ein Equalizer in Form eines 3 Wege Equalizers ist vorhanden und bietet dem Nutzer der App – also dir – die Möglichkeit die Hochtöne, Mitteltöne und Tieftöne zu reduzieren oder zu erhöhen. Das ganze funktioniert natürlich auch via schieben mit dem Finger. Hinter dem EQ-Button findet sich auch ein Lautstärke-Regler, mit dem sich die Lautstärke des Decks anpassen lässt.

3 Wege Equalizer

Loops erstellen und löschen

In Native Instruments App für das Apple iPhone kann man natürlich auch Loops in einem Track setzen. Das macht man mit dem Loop-Button, der sich direkt über den Play-Button befindet. Mit diesem setzt man einen Loop, den man einfach mit den Fingern vergrößern oder verkleindern kann: Einfach den Loop mit beiden Fingern berühren und nach außen „ziehen“ um den Loop zu vergrößern oder „zusammen drücken“ um ihn zu verkleinern. Löschen kann man einen Loop einfach indem man die Taste (die bei aktiviertem Loop grün leuchtet) anklickt oder den Loop erneut mit zwei Fingern berührt und zum unteren Bildschirmrand zieht.

Loops und Hot-Loops

Freeze-Modus

Der Freeze-Modus in der DJ-App für das iPhone ist etwas besonderes. Mit ihm kann man nicht nur die Wave-Form „einfrieren“, so dass diese stehen bleibt obwohl der Track weiterläuft, sondern kann man – wenn der Freeze Modus in Traktor DJ für iPhone aktiviert ist – auch noch Beats triggern. Einfach auf die Beats tippen und schon wieder diese von der Play-Markierung angesprungen und abgespielt.

Cue-Punkte und Hot-Cues setzen

Natürlich hat es sich Native Instruments nicht nehmen lassen auch Effekte in die Applikation für das iPhone einzubauen. Diese Cue-Control erreicht man einfach über die Flagge in der Einzeldeckansicht. Hier können Cues gesetzt werden. In unseren Tutorials werden wir darauf eingehen wie man einen Cue setzt und ihn auch löscht.

Cues und Hot-Cues

Aufnahmefunktion in Traktor DJ für iPhone

Eine weitere Funktion in der DJ-App von Native Instruments ist die Aufnahmefunktion, also der Record. Mit dieser Funktion lässt sich der Mix vom iPhone einfach auf Knopfdruck aufnehmen und später wiedergeben. Die aufgenommenen Mixes werden dann einfach im Browser gespeichert, wo sie auch ständig wiedergegeben werden können. Doch auch dazu mehr in unseren Tutorials.

Fazit

Traktor DJ für iPhone ist eine klasse App, die einen sehr guten Eindruck sowie viel Spaß macht. Somit macht das Mixen auf dem iPhone und dem iPod Touch Spaß und Laune, wird nicht langweilig und kommt mit vielen verschiedenen Funktionen wie Cues, Loops, Record und Effekten daher. Eine super App, die mit 4,49 Euro einmalig gar nicht mal teuer ist.

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